IKO- UND VDWS-ZERTIFIZIERUNGEN: KITESURF-LEVEL VERSTEHEN
Wenn ihr auf der Suche nach einer Kitesurfschule seid, werdet ihr immer wieder auf zwei Namen stoßen: IKO und VDWS. Sie gehören zu den beiden wichtigsten internationalen Standards für die Kitesurfausbildung. Wenn ihr wisst, wofür sie stehen, hilft euch das gleich in zweierlei Hinsicht: Ihr könnt eine seriöse Schule auswählen und euer eigenes Können innerhalb eines strukturierten, weltweit anerkannten Levelsystems besser einschätzen.
In diesem Guide erklären wir euch, was IKO und VDWS sind, wie die verschiedenen Level für Schüler und Kitesurflehrer aufgebaut sind, worin sich die beiden Systeme unterscheiden und warum diese Zertifizierungen einen echten Unterschied für die Qualität und Sicherheit eurer Ausbildung machen.
WAS SIND IKO- UND VDWS-ZERTIFIZIERUNGEN?
IKO, kurz für International Kiteboarding Organization, und VDWS, kurz für Verband Deutscher Wassersport Schulen, sind zwei internationale Systeme, die einheitliche Standards für die Kitesurfausbildung festlegen. Konkret definieren sie eine gemeinsame Lehrmethode, ein strukturiertes Levelsystem und bestimmte Fähigkeiten, an denen sich angeschlossene Kitesurfschulen weltweit orientieren.
Für euch hat das zwei große Vorteile. Erstens verpflichtet sich eine zertifizierte Schule dazu, festgelegte Sicherheits- und Ausbildungsstandards einzuhalten. Zweitens wird euer Level von einem Center zum anderen anerkannt: Wenn ihr ein bestimmtes Level erreicht und zertifiziert habt, könnt ihr in jedem angeschlossenen Center genau dort weitermachen, wo ihr aufgehört habt. Die Zertifizierung funktioniert damit wie ein internationaler Nachweis für euren Fortschritt beim Kitesurfen.
WELCHE LEVEL GIBT ES FÜR KITESURFSCHÜLER?
Die Entwicklung als Kitesurfschüler folgt einem klaren Weg, vom absoluten Anfänger bis zum selbstständigen Kitesurfer. Bei der IKO reicht sie von Level 1, Discovery, bis Level 4, Advanced. Jedes Level bestätigt bestimmte Fähigkeiten, bevor ihr zum nächsten übergeht.
Im Discovery Level lernt ihr das Windfenster kennen, wie ihr den Kite an Land kontrolliert und die wichtigsten Sicherheitsgrundlagen. In den mittleren Levels geht es aufs Wasser: Ihr lernt den Wasserstart, sicher Höhe zu laufen und kontrolliert in beide Richtungen zu surfen. Das Advanced Level bestätigt, dass ihr wirklich selbstständig seid: Ihr könnt sicher Höhe laufen, Transitions fahren, mit ersten Sprüngen beginnen und Bergungsmanöver beherrschen.
Level 4 ist besonders wichtig, weil es Voraussetzung für die Ausbildung zum Kitesurflehrer ist. Unter anderem müsst ihr einen Transition Jump, einen Sprung mit Grab und einen Jibe beherrschen, einen Kitesurfer und ein Board in einer schwierigen Situation bergen können und die Vorfahrtsregeln sowie die Grundlagen zu Material, Wetter und Gezeiten kennen. Wer dieses Level erreicht, ist ein sicherer und selbstständiger Kitesurfer.
WELCHE LEVEL GIBT ES FÜR KITESURFLEHRER?
Auch die Ausbildung zum Kitesurflehrer ist klar strukturiert. In der Regel startet ihr nach einer entsprechenden Ausbildung als Assistenzlehrer, bevor ihr vollständig qualifizierter Kitesurflehrer werdet und euch anschließend durch die verschiedenen Levels weiterentwickelt. Bei der IKO gibt es Kitesurflehrer der Levels 1, 2 und 3. Mit jedem höheren Level steigt die Anzahl der Schüler und Kites, die gleichzeitig betreut werden dürfen.
In der Praxis betreut ein frisch ausgebildeter Kitesurflehrer nur eine kleine Anzahl an Schülern mit lediglich einem Kite in der Luft. So sind eine intensive Betreuung und maximale Sicherheit gewährleistet. Mit zunehmendem Level und der Unterstützung von Assistenten können Kitesurflehrer mehr Schüler gleichzeitig betreuen. Ein Level-3-Instructor kann zum Beispiel mit zwei Assistenten bis zu acht Schüler und vier Kites gleichzeitig betreuen. Für diese höheren Levels ist viel Erfahrung erforderlich, darunter Hunderte unterrichtete Schüler, Tausende Unterrichtsstunden sowie das Bestehen bestimmter Prüfungen.
Diese Levels geben euch einen guten Anhaltspunkt dafür, welche Qualität der Betreuung ihr erwarten könnt. Eine niedrige Schüler-Lehrer-Quote, wie bei den von uns bevorzugten Privat- oder Semi-Privatkursen, bedeutet mehr individuelle Betreuung und schnellere Fortschritte.
REICHEN DIESE ZERTIFIZIERUNGEN AUS, UM IN FRANKREICH ZU UNTERRICHTEN?
Das ist ein wichtiger Punkt, besonders wenn ihr selbst irgendwann als Kitesurflehrer arbeiten möchtet. International ermöglicht euch eine IKO- oder VDWS-Zertifizierung, als Kitesurflehrer in angeschlossenen Centern auf der ganzen Welt zu arbeiten. In Frankreich ist bezahlter Kitesurfunterricht jedoch gesetzlich geregelt und erfordert eine staatlich anerkannte Qualifikation.
Mit anderen Worten: IKO und VDWS sind anerkannte Standards für das Unterrichten im Ausland, reichen allein aber nicht aus, um in Frankreich professionell Kitesurfunterricht zu geben. Dort ist zusätzlich die entsprechende französische staatliche Qualifikation erforderlich. Wenn ihr als Schüler auf Reisen Unterricht in einem internationalen Center nehmt, macht das für euch keinen Unterschied: Die IKO- oder VDWS-Zertifizierung eures Kitesurflehrers entspricht genau dem Standard, den ihr erwarten könnt.
WARUM SIND DIESE ZERTIFIZIERUNGEN FÜR EUCH WICHTIG?
Wenn ihr einen Kitesurfkurs bucht, solltet ihr darauf achten, dass die Schule entsprechend zertifiziert ist. Eine IKO- oder VDWS-zertifizierte Kitesurfschule bietet euch eine strukturierte Lehrmethode, ausgebildete Kitesurflehrer, geeignetes Material und bewährte Sicherheitsverfahren. Das ist der Unterschied zwischen professionell betreutem Lernen und einem improvisierten Unterricht, der eure Sicherheit gefährden kann.
Die Zertifizierung gibt euch außerdem einen klaren Weg für eure weitere Entwicklung vor. Ihr wisst, wo ihr gerade steht, welche Fähigkeiten euch noch fehlen und wie ihr in jedem angeschlossenen Center weltweit das nächste Level erreichen könnt. Eure Fortschritte sind dadurch leicht nachvollziehbar, übertragbar und motivierend. Genau darin liegt der Vorteil, innerhalb eines anerkannten Systems zu lernen, anstatt euch alles einfach selbst beizubringen.
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FAQ
WAS IST BESSER, IKO ODER VDWS?
Beide bieten gleichermaßen hohe Standards und sind international anerkannt. Die IKO ist weltweit stärker verbreitet, während der VDWS aus Deutschland stammt und von Segelverbänden anerkannt wird. Entscheidend ist vor allem, dass eure Kitesurfschule einem dieser anerkannten Verbände angeschlossen ist.
WIE VIELE LEVEL MÜSST IHR ABSCHLIESSEN, UM SELBSTSTÄNDIG KITESURFEN ZU KÖNNEN?
Selbstständiges Kitesurfen entspricht in der Regel dem Advanced Level, bei der IKO also Level 4. Auf diesem Level könnt ihr sicher Höhe laufen, Transitions fahren und beherrscht die wichtigsten Bergungsmanöver auf dem Wasser.
WIRD MEINE ZERTIFIZIERUNG IN ALLEN CENTERN ANERKANNT?
Ja. Genau das ist einer der großen Vorteile dieser Systeme: Euer Level wird weltweit von einem angeschlossenen Center zum nächsten anerkannt, sodass ihr eure Fortschritte dort fortsetzen könnt, wo ihr aufgehört habt, ohne wieder von vorne anfangen zu müssen.
BRAUCHT IHR EINE ZERTIFIZIERUNG, UM KITESURF-MATERIAL ZU MIETEN?
Viele Center verlangen einen Nachweis darüber, dass ihr selbstständig und sicher kitesurfen könnt, bevor sie euch Material vermieten. Das dient vor allem der Sicherheit. Mit einer anerkannten Zertifizierung könnt ihr eure Fähigkeiten einfach nachweisen und dadurch leichter Kitesurf-Material mieten.
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